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[Fernsehen] 2030 Aufstand der Jungen

Januar 12, 2011

Fiktion und Utopie sind selbstverständlich adäquate Mittel gegenwärtige wie auch zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen zu bearbeiten.

An diesen Grundsatz dachte wohl auch das ZDF mit Regisseur Jörg Lühdorff als sie sich dem Thema „Zukunft der deutschen Gesellschaft“ näherten. Bereits im Jahr 2007 erschien der Film „2030 Aufstand der Alten“ mit dem die gesellschaftliche Entwicklung im besagten Jahr 2030 aus Sicht der dann „Alten“ fiktiv dargestellt wurde.
Nun hat das ZDF nachgelegt und die Sichtweise der vermeintlich „Jungen“ aufgegriffen. Im gestern Abend (11.01.2011) gelaufenen Fernsehfilm „2030 Aufstand der Jungen“ stehen die so genannten Milleniumskinder im Vordergrund.

Das Bild, was von dieser Generation gezeichnet wird ist düster… Es scheint so als seinen alle schlechten Vorraussagen war geworden. Das Gesundheitssystem hat sich endgültig in ein unmenschliches, rein gewinnorientiertes System gewandelt, der Polizeistaat gewinnt an Macht, das Bildungssystem wird „zurückgebaut“, der Mensch ist endgültig gläsern, die Wirtschaft liegt am Boden, die Menschen fahren in „coolen-Ghostbusters-Zukunftsautos“ durch die Gegend (sofern sie das Geld dafür haben) und zu guter Letzt kommt es zu Unruhen aufgrund sozialer Ungerechtigkeiten, die vor allem durch den Generationenkonflikt angeheizt werden. Abgesehen von einer großen Natur- oder Umweltkatastrophe ist also alles enthalten, was zu einem vernünftigen Weltuntergangscoktail gehört. Nun gut.

Man  will sicher eine möglichst verschärfte Situation schaffen. Doch irgendwie wirkt  das  Ganze volllkomen aufgeblasen. Es wird ohne Punkt und Komma auf Phrasen herum gedroschen und keine Möglichkeit ausgelassen einen Negativpunkt in die Situation einfließen zu lassen. Natürlich dürfte klar sein, dass Zukunftsvisionen selten in schönen Farben gemalt werden, aber muss es denn seine eine Phrase nach der anderen dem Zuschauer um die Ohren zu schmettern??

„Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer“

„Die Zweiklassenmedizin ist zur Realität geworden“

„Der Server des Nationalen Datenarchivs liegt tief unter der Erde…“(*hahaha*)

Zu der sehr schwachen inhaltlichen Konzeption des Filmes kommt seine technische Umsetzung. Der graue bildliche Grundton geht schon in Ordnung, aber die anhaltende Kopie irgendwelche Sci-Fi Requisiten wie „Ghost-Busters-Autos“, riesen Glasmonitor-Computer mit Spracheingabe und nicht zuletzt das Geräusch vor entweichender Luft aus einem pneumatischem System beim Öffnen von Türen (*tschschuu*->siehe Star-Trek) ist einfach derart überflüssig und billig. Wo bleiben eigentlich die fliegenden Autos und die kleinen grünen Männchen???
Abrundend steht da ja auch noch diese Liebesgeschichte der beiden Hauptdarsteller, die wahrscheinlich den emotionalen Anteil bringen soll. Eigentlich ist sie aber nur billige, emotionalisierende Effekthascherei und trägt inhaltlich zumindest nichts relevantes bei.

Das Zweite hat mit seiner so genannten „Doku Fiction“ nicht wirklich einen Beitrag zur Diskussion von zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen geleistet, sondern zeigt substanzlose, boulevardeske Unterhaltung auf Privatsenderniveau, die außer Phrasendrescherei und Knalleffekten wirklich nichts zu bieten hat.

Natürlich wäre es sinnvoll einmal richtig über das Thema „zukünftige Gesellschaft“ zu diskutieren, aber das geschieht ganz sicher nicht mit so einer schlichten  Bedienung  aller möglicher Klischees und einem Abschlusssatz wie diesem:

„Die Geschichte zweier Kinder. Sie kann so verlaufen. Aber sie muss nicht – wenn jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden“

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