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lokale rückkopplung

Dezember 10, 2010

Mit Freude basteln und nutzen wir die weltweite Vernetzung für Informationen, Meinungen und Kontakte. Jeder von uns ist ein Knotenpunkt. Nun da diese ganze Sache mit dem Netz in den letzen 20 Jahren so sehr abgehoben hat und ein, immer noch, extrem dynamisches Gebilde ist, erreicht es glücklicherweise immer mehr Menschen. Auch und vor allem in ländlichen Gebieten. In dem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, welchen Einfluss das Netz in diesem Bereich geltend machen kann.

Eines ist ganz sicher klar. Es hat natürlich primär durch seine Fülle an Informationen und der Grenzenlosigkeit Lücken geschlossen. Doch bezieht sich das hauptsächlich auf den globalen Aspekt. Ebenso interessant ist aus meiner Sicht  allerdings der mediale Einfluss des Netzes  auf den lokalen,  vorrangig ländlichen Bereich.  Während die gesamte (scheinbare) Welt in einem Facebook beziehungsweise bei Twitter „stattfindet“, dort die Kontakte pflegt und sich austauscht schien es mir doch spannend mal zu sehen, wer sich in meiner geographischen Nähe kreativ mit dem Netz befasst und auch Inhalte mit eher lokaler Relevanz erstellt.
Doch leider bin ich  ganz  schön enttäuscht worden. Es mag nun teilweise an der Region liegen und teilweise an der viel beschworenen  Gesamtsituation, dass ich nur wenig und noch weniger Spannendes gefunden habe. Natürlich kann man kaum mit einer Qualität und  Quantität wie bei einigen lokalen Leuchtturmprojekten (siehe  heddesheimblog) rechnen, aber einige interessante, vielleicht spezialisierte Kleinprojekte hätte ich mir schon erhofft…

Schielt man dann so etwas um sich, scheinen sich lokale Onlinemedien in Deutschland allgemein nur sehr fragmentiert  durchzusetzen. Einerseits sieht man viele inhaltsschwache, oft mit viel Werbung ausgestattete Angebote, andererseits gibt es wirklich sehr gute, mit viel Aufwand geführte Medien. Doch warum ist das Angebot so dünn und die Kontraste so stark???

Aus meiner Sicht ergeben sich eigentlich nur zwei möglicher Erklärungen, die in Zusammenhang zueinander stehen. Auf der einen Seite kann es sein, dass die Verbreitung des Internets als Informationsmedium sich noch nicht in dem Maße durchgesetzt hat, wie man das gemeinhin annimmt. Natürlich nimmt die technische Verbreitung des Netzes immer mehr zu (Stichwort: „Breitband-Initiative„), aber das sagt rein gar nichts zur „gesellschaftlichen Verbreitung“ aus. Auf der anderen Seite dürfte klar sein, dass sich so Sachen wie das  Netz als Einkaufszentrum und als reines Kommunikationsmedium weitgehend durchgesetzt hat. Aber gerade auf lokaler Ebene habe ich das Gefühl, dass die Informations-/Nachrichtenerstellung und der Konsum der selbigen noch  nicht derart ausgeprägt ist, wie im größeren  Rahmen. Oder wer liest schon morgens vor oder nach  „Spiegel Online“ die Lokalnachrichten. 😉
Natürlich liegt es auch am zweiten Punkt, am oftmals mangelndem Angebot. Scheinbar ist es für alteingesessene Lokalmedien nicht attraktiv auch vernünftige, umfangreiche Onlineangebote zu schaffen oder sie unterschätzen die Nachfrage danach.

Ich bin der persönlichen Meinung, dass es wohl mehr das fehlende Angebot ist und nicht das mangelnde Interesse. Erstens verbringt ein großer Teil der Bevölkerung immer mehr  Zeit  online und möchte schon deshalb auch Nachrichten (regional und über-regional) ständig aktuell empfangen. Verstärken wird sich dieser Trend mit der Verbreitung von mobilen Geräten. Außerdem denke ich,  dass  neben all den spezialisierten Inhalten die  das Internet bieten kann auch immer die Nachfrage nach lokalen Inhalten besteht. Das heißt vor allem erst einmal das natürlich aktuelle Dinge von Relevanz sind, aber auch, dass ein Bedarf an ausführlichen Informationen zu einzelnen Themen, Ereignissen oder Menschen besteht, dem die Lokale Medienlandschaft bisher nur in einem sehr  engen Rahmen Platz bietet. Das Netz kann also nicht nur den Platz bieten, sondern für jeden  die  Möglichkeit  zu partizipieren und vor allem schnell und unkompliziert Inhalte zu erstellen und zu konsumieren. Warum funktioniert das global so derart  gut und im lokalen nur mittelprächtig?

Vielleicht ist es ja an der Zeit mal in der eigenen Umgebung  nach  Blogs, Podcasts  und ähnlichen  Aktivitäten zu suchen oder für einige auch darüber nachzudenken ob es nicht interessant ist  sich in irgendeiner Weise zu beteiligen. So lange noch so viel Potential in einem derart freien Medium besteht sollte man das nicht einfach so herumliegen lassen. Egal ob privat Interessierter oder kommerziell ausgerichtetes Medienunternehmen.

Erst die Vielseitigkeit, Kreativität und Kleinteiligkeit machen das Netz so attraktiv.

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7 Kommentare leave one →
  1. Dezember 11, 2010 2:29 pm

    Guten Tag!

    Zu Ihren Fragen: Es ist sehr aufwändig, inhaltlich relevante Nachrichten zu erstellen.
    Lokaljournalismus ist ein sehr verantwortungsvoller Job. Sofern man ein interessantes Angebot macht, findet man auch Leser.
    Sofern man „Bratwurstjournalismus“ macht, eher nicht. Deswegen verlieren die Zeitungen auch kontinuierlich an Auflage und Abos.
    Um ein interessantes Angebot zu machen, muss man viel arbeiten. Personen kennen und verstehen, ebenso Zusammenhänge, unterschiedlichste Themen bearbeiten und die dafür nötigen Kennntnisse erwerben.
    Und dann muss man das auch noch finanzieren können – vor der Sitaution, dass der lokale Werbemarkt im Internet noch nicht etabliert ist.
    Die Zeitungen werden den Teufel tun und im Internet gute Angebote herstellen – das können sie ja noch nicht mal auf dem Papier. Und jede Anzeige, die von Print in Richtung Online wandert, ist ein weiterer Sargnagel.

    Beste Grüße
    Hardy Prothmann
    Redaktion heddesheimblog

    • iamchrs permalink*
      Dezember 12, 2010 5:49 pm

      Guten Tag.

      Danke erst einmal für den Input.

      Ich kann mir gut vorstellen, welchen Aufwand ein derart gutes Onlineangebot, wie das ihre, macht und vor allem welche Verantwortung damit einhergeht. Das ist sicher auch einer der Gründe, warum es nur wenige vergleichbare Angebote (von Privatpersonen) gibt. Daher sehe ich auch die sogenannten „alten Medien“ in der Pflicht, ihre Kenntnisse (ausgebildete Journalisten, jahrelange Erfahrung etc.) zu nutzen und vernünftige Onlineinhalte zur Verfügung zu stellen. Denn mit der anhaltenden Verteufelung des Netzes und dem Nachtrauern des „alten“ Geschäftsmodells werden diese nicht überleben. Die Energie wäre statt beim Meckern in der Erstellung von neuen Inhalten besser angelegt.
      Da die Situation allerdings momentan so ist wie sie ist, besteht meine Hoffnung darin, dass sich möglicherweise viele Privatpersonen zusammenfinden um durch die verteilte Erstellung von lokalen Inhalten ein Gegenangebot und eine inhaltliche Ergänzung zu der, meist einseitigen, „alten“ Berichterstattung
      zu schaffen. Verteilt (auf mehrere Blogs bzw. Autoren) muss das ganze aus meiner Sicht aufgrund der von ihnen bereits angesprochenen Probleme sein. Natürlich bleibt das Problem, dass sicher nicht alles qualitiv hochwertig sein wird, aber zumindest hätte der Nutzer die Möglichkeit seinen Informationsmix selber zu bestimmen. So wie es bei allen anderen Angeboten im Web auch läuft.

      Ich habe auf jeden Fall die Hoffnung, dass sich so etwas im Laufe der Zeit positiv entwickeln würde, sodass einige qualitative Angebote gut frequentiert werden und vor allem ab einem gewissen Punkt auch finanziert werden….

      Schöne Grüße Christopher

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