Skip to content

Kino -Die Beschissenheit der Dinge-

Juni 21, 2010

Alkohol, Gewalt und ein nicht enden wollender Sumpf. Dies sind die Zutaten einer -naja- wohl sogenannten Tragikomödie die der belgische Regisseur Felix Van Groeningen derzeit in die Kinos bringt.

Im Fokus des Films steht die, in ziemlich heruntergekommenen Verhältnissen lebende Familie Strobbe und vorallem der 13-jährige Gunther. Obwohl?! Familie kann man es wohl nicht nennen, wo Gunther aufwächst. Im  Haus seiner Oma  wohnt er mit seinem Vater und dessen Brüdern, alles gescheiterte Existenzen vom Kleinkriminellen bis zum Alkoholiker. Der letzte Ausweg war für alle wieder das Heim bei der Mutter zu suchen. An ihrer Lebensweise, die sich hauptsächlich aus pöbeln, nix-tun und trinken zusammensetzt hat sich allerdings nichts geändert.
Nicht nur das aufwachsen in völlig zerrütteten Verhältnissen und das Vorleben falscher Lebensansichten beeinträchtigen die Entwicklung von Gunther massiv, auch die Wahrnehmung des restlichen Dorfes macht ihm zu schaffen. Da  alle um die Situation in der Familie wissen wird er unter anderem in  der Schule gehänselt, von den Lehrern nur mäßig ernst genommen und von den Nachbarn schief  angesehen.
In einer zweiten Erzählebene schwenkt der Blick auf das Erwachsenenleben von Gunther. Es wird schnell klar, dass die problematische Kindheit tiefe Spuren hinterlassen hat. Gunther arbeitet verzweifelt einer Karriere als Autor hinterher (vermutlich die Folge der vielen Strafaufsätze, die  er in der Schule schreiben musste), ist meist mies gelaunt und hasst seine Freundin nahezu, als diese ihm eröffnet schwanger von ihm zu sein.

Die technische Umsetzung des Filmes folgt sehr gut der jeweiligen  Stimmung und Situation. Der meiste Teil wirkt rasant, unkoordiniert und wild, wie das Leben der Strobbes. Alles in allem vermitteln Bild und Ton einer dokumentarische Stimmung, was den Zuschauer nahe an die jeweiligen Situationen heranbringt. Auch wenn manche Szenen einen leicht überspitzten Charakter haben und mit ihrer derben  Art den Zuschauer auch schon mal abschrecken, bleibt dennoch nie ein gekünsteltes  oder unreal wirkendes Bild zurück.

Ich denke für den Film kann ich nur eine Empfehlung aussprechen, auch wenn es nicht viel neues im Bereich „Sozialdrama“ zu zeigen hat, ist es dennoch nie langweilig, oft auch heiter  und lässt uns wieder einmal darüber nachdenken, welchen Stellenwert die Erziehung und die Vorbildfunktion in allen Lebensbereichen haben.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: