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Orhan Pamuk -Istanbul-

Mai 25, 2010

Orhan Pamuk ist nicht erst durch den Erhalt des Literaturnobelpreises, sondern vor allem durch seine herausragende Erzählkunst in Romanen wie „Schnee“ oder „Das schwarze Buch“ weltbekannt.
Ein ganz anderes Werk ist allerdings „Istanbul“. Eine Art Autobiografie in der er seine Jugend stark an die Einflüsse der Stadt am Bosporus knüpft.

Pamuk beginnt zwar dieses Buch im üblichen Sinne der meisten Autobiografien mit der Beschreibung seiner Kindheit und den häuslichen  Umständen, doch schweift er ständig davon ab. Er scheint so fasziniert von einzelnen Erinnerungen und  Aspekten der Stadt, seiner Menschen und der Stimmung die er empfunden hat,  dass er immer und immer wieder kleine und große Erzählstücke einbaut. Der Inhalt der Erzählstücke reicht dabei von relativ belanglosen Gedankenzügen die ihn schon als Kind beschäftigt haben bis hin zu zeitgeschichtlichen Themen, die mit Istanbul und der jüngeren Geschichte der Türkei verknüpft sind.

Am Ende hat der Leser nicht nur einen Eindruck von der Jugend und den Einflüssen die auf den Autor gewirkt haben und es wahrscheinlich noch heute tun, sondern erhält er auch ein buntes Bild einer Stadt die für uns kulturell erst einmal nicht greifbar scheint. Natürlich ist das alles sehr subjektiv und nur von der erzählerischen Seite des Autors geprägt, aber dennoch ein Bild ist ein Bild. Es trägt zur Meinungs- und Gedankenbildung bei. Aus dieser Sicht  leistet das Buch wertvolle Dienste, aber  dennoch möchte ich auch ein wenig Kritik äußern.

Ich muss persönlich gestehen,  dass mir eine klare Richtung im Buch fehlt. So ist es einerseits als Beschreibung der Stadt Istanbul  zu subjetiv, zu sehr aus persönlicher Sicht des Autors geschrieben. Als Autobiografie trägt es deutlich zu viele unsachliche,  erzählerische Züge wobei es gleichzeitig als Erzählung zu zerklüftet scheint. Natürlich ist das alles mein persönlicher Leseeindruck,  der wahrscheinlich bei vielen anderen Lesern nicht so ankommt, aber  ich bevorzuge doch eher Pamuks reines Erzählwerk und betrachte deshalb dieses Werk als interessante Ergänzung.

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