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einöde

September 24, 2008

Bekannte irische Autoren gibt es viele, aber wirklich umgehauen hat mich noch keiner. Joyce schrieb schöne Prosa, Yeats schrieb schöne Lyrik und Banville schrieb mir zu langweilig. Doch in John McGahern habe ich nun einen gefunden, der eine interessante Geschichte mit einer verständlichen und zugleich fesselnden Sprache kombiniert.
Im Buch „The Barracks“ greift er eine Gruppe Menschen heraus, die die irische Geschichte und das Schicksal einer Gesellschaft nicht treffender beschreiben könnten.
Im Auge des Betrachters liegt eine Polizei Baracke im kühlen Nordwesten Irlands. Besonders im Fokus sind nun der Barrackenführer Reegan und seine Frau Elizabeth. Sie ging im Zweiten Weltkrieg nach London um als Krankenschwester zu arbeiten. Sie besuchte Irland nur an Feiertagen, brachte ihren Verwandten Geld sowie Geschenke aus der Großstadt mit und wurde mit entsprechender Anerkennung für ihre Tätigkeit geehrt. Genau bei solch einem Festtagsbesuch in ihrem Heimatdorf traf sie auf den Witwer Reegan und heiratete diesen auch schon nach kurzer Zeit. Doch glücklich werden sollte sie nicht. Der eintönige und beschwerliche Alltag auf dem Land, die zwei Kinder aus Reegans erster Ehe, seine anstrengende Arbeit und nicht zuletzt ihr schwerer Stand in der Gesellschaft des Dorfes. Durch ihre Jahre in London ist sie der Dorfgemeinschaft entrückt und sie die Welt aus ganz anderen Augen. Als sie schließlich krank wird und auch ein Krankenhaus Aufenthalt ansteht erweitert sich diese Kluft immer mehr. Auch von ihrem Mann erfährt sie nur begrenzte Zuneigung, weil dieser mit sich und seinem Plan bei der Polizei auszusteigen, um Bauer zu werden beschäftigt ist.
So geht es also dahin, das Leben einer einst selbstbewussten, starken Frau, die an irgendeinem Punkt ihre Lebensräume zurückgesteckt hat für die Liebe die sie empfunden hat. Doch augenscheinlich bekommt sie nichts dafür zurück.

Ein Buch über das Schicksal einer Frau, welches aber auch perfekt die Stimmung einer Nation in schweren Zeiten wiederspiegelt. Es beschreibt das Schicksal der einzelnen und das der Masse….

Für mich kann es deshalb nur eine Empfehlung geben: LESEN!
Es ist wirklich eines der Bücher die man nicht mehr aus der Hand legen möchte und das heißt etwas anderes als bei einem der Bücher, die dies durch reine Action-Effekte schaffen. Es ist kein Werk der lauten und knalligen Effekte, es ist ist still und langsam, wie das Leben…
In diesem Sinne…

…ciao…

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