Es scheint, als ob die vielbeschworene Krise vor der Buchbranche (noch) halt macht. Diesen Eindruck hinterließ jedenfalls die Leipziger Buchmesse und ihre Satelitenveranstaltungen vor etwas einer Woche. Da wurde geschoben, geschubst, gedrängelt… In diesem Jahr schien ein noch deutlicherer Sprung in den Besucherzahlen aufgetreten zu sein, was die Freude und die Lust am Messegang rapide sinken lies. Es macht einfach keinen Spaß, wenn man sich nicht nur an jedem Stand anstellen oder herandrängen muss, sondern wenn man auch für den eigentlich kurzen Weg von einer Halle zur nächsten schnell einmal eine halbe Stunde einplanen muss. Besonders schlimm, in diesem Sinne war es in Halle 2, welche hauptsächlich Mangas, aber auch Comics und Kinderbücher beherbergt hat. Das stattfinden des alljährlichen Manga-Kostümwettbewerbes hat seine Wirkung hinsichtlich Menschenmassen und teilweise auch Belustigungsgrad damit voll erfüllt. Im Bereich Comic/Cartoon gab es aber auch die angenehmen Momente, die die Buchmesse aufwerten.
Am Stand des Mosaik, war aufgrund einiger bekannter Künstler fast so viel los wie bei einer Mangasignierstunde (nur das Alter der anstehenden Masse war deutlich höher), Josha Sauer konnte sich trotz „Auslagerung“ der Carlsen Künstler in die Glashalle nicht über mangelndes Interesse beklagen, Reinhardt Kleist dagegen hatte eher weniger zu tun, dafür hat er sich aber sehr viel Zeit zum Gespräch genommen.
Am Abend rief dann Sputnik zur sogenannten LitPop Literaturparty und Lesung. Leider ist mir ein wenig entgangen welche Zielgruppe diese Veranstaltung ansprechen sollte, denn die Lesungen die so stattfanden haben mich nicht wirklich beeindruckt und vom Hocker gehauen….außer vielleicht jene von Tilman Rammstedt („Der Kaiser von China“). Dieser ist mit einer tollen Geschichte und lockerer Vorleseart heran gegangen und konnte damit überzeugen.
Alles in allem war es also eine durchaus interessante aber auch anstrengende Buchmesse, die durch den hohen Zuspruch dennoch leicht an Charme einbüßt.
