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[Buch] Replay – Benjamin Stein

Januar 17, 2012

Ein Mann, schlaftrunken, grübelt und träumt vor sich hin. Was im ersten Moment nicht sonderlich spannend klingt ist die Ausgangssituation in Benjamin Steins neuem Roman Replay.
Ed Rosen heißt der Mann, der da aufwacht und, Kafka lässt grüßen, eine Mutation an seinem Körper festzustellen glaubt. Ein Huf ist es, der da unter Bettdecke hervorschaut. Er kann und will es nicht glauben. Es ist nicht nur der Huf, sondern die Erscheinung des Panfigur (natürlich mit entsprechenden Hufen) die ihn schon längere Zeit verfolgt. Ed Rosen tut sich schwer mit unerklärlichen Erscheinungen, er ist Wissenschaftler und damit eigentlich durch Fakten und Tatsachen verwöhnt. Die Suche nach der Wurzel solcher Erscheinungen treibt Rosen deshalb im Verlauf des Buches dazu seine Lebensumstände zu hinterfragen. Weiterlesen…

[Buch] Ullrich Woelk – Joana Mandelbrot und Ich

Januar 11, 2012

Wissenschaftler können eigen sein. Das ist kein reines Klischee, sondern findet hier und da in der Realität seine Entsprechung. Auch Ulrich Woelks Buch Joana Mandelbrot und ich baut auf dieser Feststellung auf und rückt das private wie auch öffentliche Leben des Mathematikers Paul Gremon in den Vordergrund der Geschichte. Weiterlesen…

mein bestes Photo 2011

Januar 7, 2012

Immer mit dem Ausklang eines Jahres ist soweit: man zieht Bilanz, rekapituliert und bewertet. Da es vielen, gerade im kreativen Bereich, so geht ist es nicht verwunderlich, dass die Blogparade von Martin Wolf mit dem Thema euer Bestes Photo alljährlich auf große Resonanz stößt. Nachdem ich mich im letzten Jahr schon beteiligt habe möchte ich dies nun erneut tun.

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[Kino] Ergebnis Cinema out of your Backpack

Dezember 29, 2011

Nachdem es nun einige Zeit recht still war um den Filmpreis cinema out of your backpack gibt es zu vermelden, dass die Gewinner gekürt wurden. Während einer Zeremonie im Ludwigsburger Caligari Kino durften die Gewinner in 7 Kategorien Preis entgegen nehmen. Mit dem Ziel einen Filmpreis für Kurzfilmproduktionen mit technisch einfachem Equipment (eben alles was man im Rucksack unterbringt) auszuloben wurden folgende Preisträger gekürt: Weiterlesen…

[Musik] Nitewreckage – take your money and run

November 4, 2011

Knistern, brutzeln, rauschen und knirschen….so in etwa ist der primäre Höreindruck des ersten Albums vom Indie-Elektro Projekt Nitewreckage. Einigen dürfte die Combo um Celine Hispiche und Synthesizerveteran Dave Ball von ihrem Auftritt beim letztjährigen M`era Luna Festival bekannt sein. Nun liegt unter dem Titel Take your money and run das erste vollwertige Album vor. Weiterlesen…

[Buch] Eugen Ruge – In Zeiten des abnehmenden Lichts

Oktober 24, 2011

Sind wir zwangsläufig ein Abbild unserer Eltern und deren Wertekanon? Eugen Ruge beschäftigt sich in seinem sogenannten Familienroman „In Zeiten des abnehmenden Lichtes“ unter anderem ausführlich mit dieser Frage. Der Romandebutant hat die Personen seiner Protagonistenfamilie tief in der historischen Gesellschaftssituation des vergangenen Jahrhunderts verwurzelt. Dabei spielen vor allem die DDR, deren Gesellschaft wie auch politischen  Strömungen eine wichtige Rolle. Erzählt werden nach und nach die ganze Geschichte des Ehepaares Charlotte und Wilhelm samt ihrer Kinder und Enkelkinder. Vor allem der Enkel Alexander wird eine wesentliche Rolle einnehmen. Weiterlesen…

[Kino] Mr. Nice

September 22, 2011

Drogen sind gleichwohl gefährlich wie auch faszinierend, was sie nicht ohne Grund relativ häufig zum Thema von Filmproduktionen macht. Egal ob Komödie, Drama oder Doku, alle Genre haben sich bereits damit beschäftigt. Was kann also ein Film über einen Drogendealer noch Interessantes erzählen?  Schockierendes, Witziges, Menschliches? Bernard Roses Film Mr .Nice versucht sich an einer Mischung aus beiden letzteren.

Howard Marks, die Hauptperson wie auch reale Vorlage, verkörpert einen schlauen, dauerhaft auf Spaß bedachten Menschen. Gut aussehend, immer charmant und gerissen. Chronologisch wird im Film dargestellt, wie er es aus einfachen walisischen Arbeiterverhältnissen durch sein Engagement und seine Intelligenz schließlich bis nach Oxford schafft. Trotz seiner Begabung pflegt er schnell eine innige Beziehung zu (leichten) Drogen, von der er lebtags nicht loskommen wird.  Er wird nicht als Süchtiger dargestellt, er kifft scheinbar aus purem Spaß und dealt für seinen Wunsch nach einem ausschweifenden Lebensstil. So stellt ihn zumindest der Film dar.

So beendet er zwar sein Studium erfolgreich und beginnt als Lehrer zu arbeiten, doch soll dies nicht lange anhalten. Er baut sich nach und nach eines der größten Schmugglerimperien für den Marihuanahandel in Großbritannien auf, bis die Größe seines Einflusses ihm selbst zur Last wird.
In einem Anfall von Größenwahn versucht er seine Geschäfte auch auf die USA auszuweiten. Mit dem Scheitern dieser Aktion ist sein Abstieg vorgezeichnet und entwickelt sich langsam über die folgenden Jahre. Durch eine Mischung aus Glück, Beziehungen und Geschick mogelt er sich noch durchs kommende Verfahren und wird noch vom Geheimdienst gestützt, die Kontakte zur IRA zwecks Bespitzelung zu nutzen.

Von diesem Zeitpunkt bietet der Plot des Films keine überragenden Neuigkeiten mehr, da Marks Leben sich quasi zyklisch wiederholt. Nachdem Tiefpunkt folgt immer wieder eine kurze Phase der Besinnung, danach der vorsichtige Wiederein-/-aufstieg ins Drogengeschäft bis zu einem Höhepunkt, der in einer Katastrophe (z.B.: Verhaftung) endet…
Vor allem gegen Ende wird dann eher die reumütig lernfähige Figur entwickelt, die sich um Frau und Familie kümmert, doch letztendlich kommt man als Zuschauer zu dem Schluss, dass die Einstellungen des Howard Marks zu Drogen und dem Drogengeschäft im Kern kaum verändert sind. Er bleibt das clevere Kind, dass durch Spass und Geld angetrieben wird.

Rein technisch kann der Film gerade am Anfang durch eine ansprechende Ästhetik und vor allem durch die Erzählweise überzeugen. Die Einschränkungen bezüglich der Länge, die sich immer wieder bei Biografieverfilmungen einstellen, begegnet der Regisseur mit einen fragmentarischen Erzählweise. Es werden bewusst von Szene zu Szene Zeitsprünge eingeplant und somit in knappen Versatzstücken aus einer bestimmten Lebensphase erzählt. Das erzeugt eine gewisse Spannung, da der Film und damit seine Darsteller immer eine positive Art Hektik verbreiten. Andererseits passt dies sehr gut zum Film, der den getriebenen auf der sogenannten Überholspur lebenden Drogenhändler zeigt.
Auch visuell wird diese Stimmung gut vermittelt, in dem anscheinend aus der Hand gedreht wurde und die Kamerafahrten immer schnell, nah am Geschehen aber nie künstlich wirken. Nur gegen Ende verschiebt sich dies zusammen mit der Erzählweise etwas zum negativen/langweiligen.

Der Film endet etwas moralisch, findet aber weder eine klare Gegenposition zum Thema Drogen, noch werden diese heroisch überspitzt. Alles in allem grenzt sich der Film insofern von den anderen ab, dass er keine klare Wertung trifft. Er ist zwar erzählerisch wie auch technisch interessant, aber mehr auch nicht. Unterhaltung eben!

Günther Jauch – wenn Realität auf Unterhaltungsshow trifft

September 12, 2011

Eine Kuppel aus Stahl und Draht. Große Bauwerke umgeben große Personen häufig. Das dachten sich wohl auch die Setdesigner von Günther Jauchs neuem Studio bei der ARD, aus dem er nun allsonntäglich für die eine Realität sorgen soll. Aber ist er denn so groß?

So saß er dann nun auch dort zum  „Jahrestag der Anschläge des 11.September“ mit seinen Gästen und dem Publikum, abgeschottet von der Außenwelt in seiner Kuppel. Ausnahmsweise waren die Gäste nicht vollständig aus dem üblichen ARD Talk-Zoo, doch ob die Wahl mit Mathias Döpfner, Jürgen „Klinsi“ Klinsmann, Peter Struck, Elke Heidenreich und Jürgen Todenhöfer so günstig war wird sich erst im Verlauf der Sendung zeigen.

Zunächst musste erst einmal in bester SternTV-/PrivatTVmanier die Emotionskarte gespielt werden. Das ist bei diesem Thema nicht unbedingt ein Vorwurf. Doch muss man im Verlauf der Sendung feststellen, dass diese Taktik zum Dauerzustand wird…dazu später mehr. Natürlich dürfen dann auch noch die angereisten Experten ihren elften September darstellen und dann schnell weiter zum ersten Einspieler, sechzig Sekunden, dann schnell einen Satz von jedem, aber wirklich nur einen, dann wieder ein Einspieler. So geht es die ganze Sendung. Wenn das also ein Redeformat sein soll, muss Frauentausch die Realität sein…Die ganze Sendung ist einen Melange aus knappen Meinungsfetzen, 60 Sekunden Einspielern und dem hilflosen Geplapper des Günther Jauch. Er schafft es zu keiner Zeit auch nur den Ansatz einer Diskussion zu etablieren beziehungsweise zu zulassen. Entweder schneidet er seinen Gästen gnadenlos das Wort ab oder hat nicht den Mut auch nur eine kritische Frage zu stellen. Und das ist nur die Form.

Viel stärker manifestiert sich die Ziellosigkeit der Sendung beim Inhalt. Man hat natürlich ein Verständnis für die Komplexität und Weite des gesamten Themengebietes, welches an diesen Ereignissen hängt. Allerdings kann man von einer Sendung wie der gestrigen auch sicher erwarten, dass sie der journalistischen Grundaufgabe nachtkommt. Nämlich Themen aufgreifen, erläutern und vor allem kritisch zu hinterfragen. All das schafft Günther Jauch in seiner Sendung an keinem Punkt. Das Thema bleibt diffus, es bleibt beim Namedropping der einzelnen Themenschwerpunkte ohne erkennbaren Fokus. Wie schon erwähnt, auch wenn das Thema komplex ist, muss doch zumindest der Moderator (oder seine Redaktion) eine Richtung im Hinterkopf haben, um Gäste konkret nach ihrer Haltung zu befragen. So ist es nicht weiter verwunderlich wenn selbst Steilvorlagen wie sie Elke Heidenreich lieferte (in etwa: „Man sollte nicht nur nach den zehn Jahren nach den Anschlägen fragen, sondern auch auf die Ursachen / die Zeit davor blicken“) abgewürgt werden und nicht mal einer einzigen Reaktion gewürdigt werden. Das verblüffenste allerdings war die Glanzlosigkeit der konservativen Gäste, welche ja eindeutig in der Überzahl waren. Nicht einmal ein sonst so streitbarer Gast wie der Springer-Chef Döpfner konnten mit kontroversen Äußerungen für Aufregung sorgen. Friede, Freude, Jauch . . .

Zusammenfassend bleibt im Grunde nur festzustellen, dass das was hier Diskussion heißt nicht mehr als einfallsloser Plausch ist und in egal welchem Medium nichts zu suchen hat!

[Buch] Tilman Rammstedt – Der Kaiser von China

Juni 6, 2011

China. Ausgerechnet China

Das sind die Gedanken die Keith, den Protagonisten in Tillman Rammstedts Buch „Der Kaiser von China“ bewegen.
Dieser Keith ist der Jüngste von 5 Kindern, die bei ihrem Großvater aufgewachsen sind. Alle leben bereits eigenständig. Außer er.
Stattdessen bewohnt er ein Haus in Großvaters Garten und schlägt sich tagtäglich mit ihm und seinem unangenehmen, aufdringlichen und fordernden Charakter herum.

So richtig anstrengend werden die Dinge für Keith allerdings als es um das Geburtstagsgeschenk des Großvaters geht. Allerhand Vorschläge machen die  Runde. Alle nichts.
Aber dann;

eine Reise;

Wohin?;

soll sich der Großvater selbst aussuchen;

wer fährt mit?

Keith natürlich!!!

Während die anderen sich mit mehr oder weniger geschickten Ausreden aus der Affäre ziehen ergibt sich Keith seinem Schicksal und hat vor tatsächlich mit dem Großvater wegzufahren. Doch dann äußert dieser sein Reiseziel: China.

Jetzt helfen nur noch Verzögerungstaktiken. Am Ende, alles vergebens. Der Großvater versteift sich voll und ganz auf die Idee und ist sogar bereit mit dem Auto (!) nach China zu fahren…

Irgendwann hilft irgendwie gar nichts mehr; kein Verzögern, keine Ausreden und kein Bitten und Betteln. So kommt es dann, dass der Großvater sich einfach aus dem Staub macht. Mit dem Auto nach China.
Keith muss nun Haltung bewahren und fängt an Briefe zu schreiben aus dem vermeintlichen Chinaurlaub. Er wird nicht nur unfreiwillig zum Reiseberichterstatter sondern gleichzeitig auch noch zum Chronist der Familiengeschichte. Mit dem fortschreiten der imaginären Reise schreibt er die Geschichte des Großvaters und seiner Familie wie er sie sich vorstellt. Dabei gleitet er mehr und mehr in seine Phantasie ab und entwickelt die ein oder andere absurde Episode.

Doch nicht nur dieser Teil befeuert den absurden Charakter der Geschichte. Auch die Tatsache, dass Keith während er diese Briefe schreibt unter dem heimischen Schreibtisch hockt und seiner Außenwelt vormacht er sei verreist, unterstützen dies. Er geht nicht ans Telefon, ignoriert die Türklingel und achtet darauf nur auf Knien durch die Wohnung zu kriechen…Bis dieser Anruf kommt.
Einer Klinik im Westerwald ruft an. Der Großvater, sagt man am anderen Ende, sei verstorben.
Westerwald.
Weiter war er nicht gekommen. Und trotz der Tatsachen, dass Keith seine Version der Familiengeschichte weiterschreibt muss er sich langsam der Wirklichkeit stellen. Denkt zumindest der Leser bisweilen….

Was sich anhört wie ein Fetzen einer absurden Geschichte ist es auch. Tilman Rammstedt schafft mit dem „Kaiser von China“ eine Novelle die vermeintlich dahinplätschert und immer genau im richtigen Moment den Leser aufhorchen lässt, mit Paukenschlägen und dem Charme unwirklicher Anekdoten.

Der Plot an sich ist nicht auf Spannung oder Effekte ausgelegt, sondern bleibt eher flach und ohne echte Dramatik. Doch vor dem Kontext der abwechslungsreichen und teils absurden Details ist die Geschichte dennoch nie langweilig. Damit gelingt es  Rammstedt immer wieder den Leser bei der Stange zu halten und ihn schmunzelnd die Geschichte zu genießen.

Vielleicht ein Buch für den herannahenden Sommer…

Tilman Rammstedt

„Der Kaiser von China“

192 Seiten

DuMont Verlag, 2008

ISBN: 978-3-832-18074-4

[Comic] Vorschau Gratis Comic Tag 2011

Mai 11, 2011

Um es erneut zu wiederholen:

Am kommenden Samstag, den 14.05.2011 findet erneut in vielen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz der Gratis Comic Tag 2011 [Web | Facebook | Twitter]  statt. Das Angebot an Gratis Comics ist vor allem im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal stark angestiegen. Neben vergleichsweise bekannten größeren Verlagen wie Bongo, DC oder Ehapa sind  erfreulicherweise auch einige Nischenverlage wie zum Beispiel Holzhof, Reprodukt und die Zack Edition vetreten.

In einigen Städten wird die Abgabe von kostenlosen Comics auch von unterschiedliche Aktionen, wie Signierstunden oder Festen begleitet, die zusätzliche Besucher anlocken sollen und vor allem die ganze Sache etwas weg von einer reinen Verkaufsveranstaltung der Comichändler hin zu einer charmanten Werbung für das Medium Comic als Kulturgut bringen sollen.

Wer also am Samstag unterwegs ist sollte einfach mal versuchen von der üblichen Shoppingroute abzuweichen und im ein oder anderen Comicshop mit dem genüsslichen Stöbern beginnen. Schnell wird man bemerken, dass es neben bunten Bildern auch vielschichtige, interessante Geschichten sowie Menschen zu entdecken gibt…

Der Gratis Comic Tag 2011

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